Sie sind hier

Mitgliederversammlung 2019

Sorgenvoller Blick in die Zukunft
TSV Heimenkirch Der Sportverein ist auf 1187 Mitglieder gewachsen – und damit einer der größten im Landkreis. Fußball-Abteilungsleiter Axel Wagner äußert allerdings kritische Worte

Von Olaf Winkler

Heimenkirch Mit aktuell 1187 Mitgliedern ist der TSV Heimenkirch der größte Verein im Ort und zählt zu den fünf größten Sportvereinen im Landkreis. Zuletzt gab es ein Plus von 6,7 Prozent bei den Mitgliederzahlen, wie Vorsitzender Hans Ellinger bei der Mitgliederversammlung berichtete. Besonders positiv aus seiner Sicht: Vor allem in der Altersklasse bis 19 Jahren hat der Verein zehn Prozent mehr Mitglieder als noch vor einem Jahr. Doch die Jahresberichte der einzelnen Abteilungen zeigten, dass dieser Trend längst nicht für alle Bereiche gilt. Vor allem Fußball-Abteilungsleiter Axel Wagner, warnte: „Mittelfristig steuern wir auf ein riesiges Problem hin.“

In den positiven Grundton der Versammlung stimmte auch Wagner zunächst ein. Die sportliche Situation gebe reichlich Anlass dazu. Die Erste Mannschaft spiele schließlich um den Aufstieg mit und auch die Jugendarbeit in der SG Westallgäu sei erfolgreich. Sportlich sei „alles auf Kurs“, so Wagner. Aber er beklagte die Rahmenbedingungen, die ihn bei seinem 15. Jahresbericht sorgenvoll in die Zukunft blicken ließen. Mit Blick auf die zurückgehende Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit „fehlt uns die Schlagkraft“. Das im Juli anstehende 50-Jahr-Jubiläum der Abteilung lasse sich nur im kleinen Rahmen feiern. „Wer wird denn noch ein Festzelt machen in Heimenkirch?“, fragte Wagner mit Blick auf die damit verbundene Arbeit. Kritisch aus seiner Sicht ist vor allem auch die Siedlungspolitik der Kommune: „Wo können Familien wohnen?“. Ohne sie fehlten künftig die Kinder im Ort und damit der Nachwuchs auch für die Fußballer.

Mangels mittelständischer Betriebe vermisst er auch Sponsoren: „Es gibt nur die zwei großen Betriebe im Ort.“ Auch die Infrastruktur zeige Schwächen: „Der Kunstrasen ist in die Jahre gekommen, das Vereinsheim Thema der nächsten Jahre.“ Einzig die Turnhalle stufte Wagner als positiv ein. Auf seine kritischen Worte gingen weder Bürgermeister Markus Reichart in seinem Grußwort noch Vorsitzender Hans Ellinger ein.

Tennis-Abteilungsleiter Hans-Peter Geiger berichtete von zurückgehenden Mitgliederzahlen. Derzeit gibt es 30 Aktive: „Unsere vier Plätze sind wenig ausgelastet“, so Geiger. Tenniskurse habe die Abteilung mangels Übungsleitern nicht anbieten können. Auch beim Taekwondo sinken die Mitgliederzahlen, sagte Sandra Benno, die jedoch von Erfolgen beim Bodenseepokal in Lindenberg sowie ausnahmslos bestandenen Gürtelprüfungen der Aktiven berichten konnte. 15 Leichtathleten zwischen sieben und 20 Jahren sind beim TSV Heimenkich aktiv, berichtete Tobias Schädler. Sie nahmen am Crosslauf in Simmerberg sowie am Marktfestlauf und am Eistobellauf teil. Die Eisstockschützen trainieren zweimal wöchentlich und haben bei den Westallgäuer Meisterschaften den vierten Platz erreicht, blickte Heinz Kleibel zurück.

Marktfestlauf wieder geplant

Ein wichtiger Teil der Aktivitäten des TSV findet im Bereich Turnen/Hallensport statt, über den Marga Buzengeiger berichtete. Sie stellte den Auf- und Wiederabstieg der Volleyballer, den Vielseitigkeitswettkampf mit 130 Teilnehmern, die Auftritte der „tanzenden Kids“ und das im April gestartete Zumba-Training in den Mittelpunkt ihres Rückblicks. Die Abteilung Bike & Ski trainiert im Sommerhalbjahr mit 35 Kindern, während im Winter 65 Skifahrer am Training teilnehmen, wie Patrick Kurz in seiner Bilanz sagte. Die Zahl von 118 Teilnehmern beim Marktfestlauf sei „schon recht dünn“, so Kurz, doch auch heuer soll es den Lauf wieder geben, denn: „Er belebt das Marktfest.“

Vorsitzender Hans Ellinger stellte die abteilungsübergreifende Jugendarbeit im Verein heraus. Hier standen ein Zeltlager, ein Spiele-nachmittag, der Kinderfasching sowie das Nikolausturnen auf dem Jahresprogramm.

Am Ende blickte Tobias Schädler nach vorn: 2021 feiert der TSV sein 100-jähriges Bestehen. Die Abteilungen rief er auf, bis dahin Videos über ihre Aktivitäten zu produzieren.

<<Mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung>>